Ich bin Keiner und Das Ende der Privatheit

24.11.11

IMPASSE

InstallationKeinerKunstPerformanceVideo

Die Datensphären, die von menschlichen Operateuren bereist werden, werden häufig mit komplexen Städten aus Informationen verglichen: Türme von Firmen- und Regierungsdaten, Highways der Datenverarbeitung, breite Boulevards der Dateiebeneninteraktion, U-Bahnen umgeleiteten Verkehrs, hohe Mauern aus Sicherheitseis, auf denen Mikrophagenwächter patrouillieren und das sichtbare Analogon eines jeden Mikrowellenstroms und Gegenstroms, von denen eine Stadt lebt.
Hier ist mehr. Viel mehr.
Die Megaspäre ist so lebendig und interaktiv wie die Biosphäre jeder Klasse-Fünf-Welt:
Wälder graugrüner Datenbäume bilden ständig neue Wurzeln, Zweige und Schösslinge aus; unter dem Wald gedeihen ganze Mikroökologien von Datenfluß- und Subroutine-KIs, erblühen und sterben, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben; unter der wogenden, flüssigen Bodensubstanz der Matrix arbeitet ein emsiges unterirdisches Leben von Datenmaulwürfen, Kommunikationswürmern, Reprogrammierungsbakterien, Datenbaumwurzeln und Endlosschleifensamen, während oben, in und zwischen und unter den verschlungenen Wäldern aus Tatsachen und Wechselwirkungen Analogons von Raubtieren und Beute ihre geheimnisvollen Pflichten erfüllen, teilweise auch frei durch die großen Zwischenräume zwischen Zweigsynapsen und Neuronenblättern sausen.
Ein gigantischer innerer Ozean aus Licht und Lärm, Datenträger so groß wie Raumschiffe, kommunizierende KIs in Form gestaltloser Giganten, sich in obszöner Geschwindigkeit vereinende Wasserfälle...

...bis hin zum Megalithen aus reiner intelligenter Energie...

(aus: Die Hyperion-Gesänge von Dan Simmons 1990)

Ingolf Keiner

von Ingolf Keiner

Ein Haar wächst nur, weil einer von Aussen zieht und einer von Innen schiebt. Als bildender Künstler beschäftigen mich solche Sachen. Als Performer esse ich Licht.

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